Breakouts versagen reihenweise: Warum der Markt gerade Fallen stellt – und wie man sie überlebt
Leute, wenn ich mir die letzten Sessions anschaue, sehe ich ein Muster, das immer häufiger auftritt: saubere Breakouts, perfekte Levels, starkes Volumen – und trotzdem kippt der Trade. Kein Einzelfall, sondern Serie. Wer das ignoriert, zahlt Lehrgeld.
Was gerade schief läuft (und warum das kein Zufall ist)
Der Markt macht aktuell Folgendes:
Widerstände werden sauber gebrochen.
Twitter feiert den Move.
Stops der Shorts fliegen.
…und dann kommt nichts mehr.
Statt Follow-Through gibt’s Stillstand. Oder schlimmer: langsames Wegsacken.
Das ist kein „schlechter Markt“.
Das ist ein Markt, der Liquidität abschöpft.
Warum klassische Breakouts gerade so gefährlich sind
Breakouts funktionieren dann am besten, wenn:
- viel frisches Geld reinkommt
- neue Käufer bereitstehen
- Momentum sich selbst verstärkt
Aktuell ist das Gegenteil der Fall. Viele sitzen schon drin. Neue Käufer fehlen. Und genau deshalb werden Breakouts genutzt, um Positionen abzugeben, nicht aufzubauen.
Der Markt sagt damit nicht: „Ich will höher.“
Er sagt: „Danke für deine Liquidität.“
Das perfide daran: Es fühlt sich richtig an
Das ist das Gemeine.
Der Chart sieht gut aus.
Das Setup ist sauber.
Die Logik stimmt.
Und trotzdem funktioniert es nicht. Warum?
Weil der Markt nicht gegen Logik handelt, sondern gegen Erwartung. Und die Erwartung ist gerade: Breakout = Go.
Wer gerade besonders leidet
Ich sehe die meisten Schmerzen bei:
- aggressiven Momentum-Tradern
- Breakout-Strategien ohne Confirmation
- Scalpern mit zu engem Zeitfenster
Diese Strategien leben von Dynamik. Und Dynamik ist aktuell unzuverlässig.
Was stattdessen besser funktioniert
Ohne hier Schulbuch zu werden, sehe ich aktuell mehr Erfolg bei:
Fade-Setups nach Fehlausbrüchen
Mean-Reversion statt Trendjagd
Trades nach dem ersten Move, nicht im Moment der Euphorie
Langweilig? Vielleicht.
Effektiv? Deutlich mehr.
Meine Anpassung im Detail
Ich habe drei klare Regeln eingeführt:
Ich trade Breakouts nicht sofort, sondern warte Reaktion ab.
Wenn ein Level bricht und kein Anschluss kommt, bin ich raus – ohne Diskussion.
Ich nehme lieber kleinere Gewinne als „recht zu haben“.
Das ist kein Markt für Stolz.
Das ist ein Markt für Anpassung.
Der größte Denkfehler gerade
Viele sagen:
„Der Markt ist kaputt.“
„Technische Analyse funktioniert nicht mehr.“
„Das ist manipuliert.“
Nein.
Der Markt funktioniert.
Nur nicht mehr so wie im letzten Umfeld.
Wer glaubt, dass Setups ewig gleich funktionieren, wird regelmäßig überrascht. Und Überraschungen sind im Trading teuer.
Warum das noch nicht vorbei ist
Diese Phase endet nicht plötzlich. Sie endet, wenn:
- neues Kapital reinkommt
- Volatilität klar zunimmt
- Trends wieder „getragen“ werden
Bis dahin bleibt der Markt taktisch, nicht trendig.
Der Markt ist nicht dein Gegner. Aber er ist auch nicht dein Freund.
Er belohnt gerade:
- Geduld
- Skepsis
- Reaktion statt Antizipation
Ich jage keine Moves mehr.
Ich lasse sie kommen.
Und wenn sie nicht kommen, gehe ich weiter.