Volatilität schläft nicht – sie sammelt Kraft: Warum die Ruhe an den Märkten trügerisch ist

Veröffentlicht am 2. Februar 2026 | WSB Blog

Leute,,wenn ich aktuell auf die Märkte schaue, sehe ich etwas, das mir mehr Sorgen macht als rote Kerzen: zu viel Gelassenheit. Keine Angst, keine Euphorie, kaum Ausschläge. Alles wirkt kontrolliert. Und genau das ist der Moment, in dem Volatilität gern zuschlägt.


Was wir gerade sehen – und was wir NICHT sehen

Die Indizes bewegen sich seit Tagen in engen Spannen.
Rücksetzer werden gekauft, Anstiege verkauft.
News verpuffen schneller als früher.
Viele nennen das „gesunden Markt“.
Ich nenne es: aufgestaute Energie.
Volatilität verschwindet nicht. Sie wird nur verschoben.


Warum niedrige Volatilität gefährlich ist

Ein Markt mit niedriger Volatilität lädt zu Fehlern ein:

Positionen werden größer.
Stops werden weiter.
Hebel fühlt sich „sicher“ an.

Und genau dann reicht ein kleiner Trigger, um alles zu kippen. Nicht, weil er groß ist — sondern weil alle gleichzeitig reagieren müssen.


Die typischen Trigger, die gerade unterschätzt werden

Es braucht aktuell keinen Black-Swan. Es reicht:

ein unerwarteter Inflations-Print
ein harter Ton von Notenbanken
ein geopolitisches Detail, das eskaliert
eine große Position, die liquidiert wird

In ruhigen Märkten sind alle gleich positioniert. Und Gleichschritt endet selten elegant.


Warum der Markt aktuell so ruhig wirkt

Ganz ehrlich:
Viele warten.

Trader warten auf den nächsten Impuls.
Institutionelle warten auf klarere Signale.
Retail wartet auf „Bestätigung“.

Das Ergebnis ist Stillstand. Aber Stillstand ist kein Gleichgewicht. Es ist Spannung ohne Richtung.


Wer jetzt besonders verwundbar ist

Ich sehe erhöhtes Risiko bei:

überhebelten Short-Term-Trades
Strategien, die auf enge Ranges setzen
Positionen ohne klaren Exit

Wenn Volatilität zurückkommt, trifft es zuerst die, die glauben, sie kommt nicht zurück.


Meine Anpassung im Trading-Alltag

Ich mache aktuell drei Dinge konsequent:

Ich trade weniger, nicht mehr.
Ich halte Positionen kürzer.
Ich plane Trades so, dass sie auch bei plötzlicher Bewegung überleben.

Keine Helden-Setups. Kein „wird schon passen“.


Der größte Denkfehler gerade

Viele sagen:
„Der Markt hat alles verarbeitet.“
„Es gibt keinen Grund für Stress.“
„Volatilität ist tot.“

Volatilität stirbt nie.
Sie wartet.

Und sie kommt meist dann zurück, wenn sie niemand mehr erwartet.


Der Markt ist ruhig, aber nicht stabil.
Gelassen, aber nicht sicher.
Ordentlich, aber nicht ehrlich.

Ich bleibe wachsam.
Ich halte Risiko klein.
Und ich verwechsel Ruhe nicht mit Sicherheit.

Denn wenn Volatilität zurückkommt, fragt sie nicht, ob du bereit bist.